20.02.2020

Splash

gepostet von Alex und Hannah, in Spezielle Fotografie

Splash

Die Idee hinter diesem Projekt war es, etwas Spektakuläres mit einfachen Mitteln an verregneten Sonntagen zu Hause zu fotografieren. Dazu mussten wir zuerst Grundlegendes überlegen:

Um knackscharfe und detailreiche Bilder zu erhalten und die Bewegung, die Luftblasen und das Wasser einfrieren zu können brauchen wir kurze Belichtungszeiten. Wie kurz kommt später noch genauer. Um Ungenauigkeiten beim Fallenlassen auszugleichen stellen wir eine möglichst kleine Blende ein. Das bedeutet insgesamt, wenn wir den ISO-Wert möglichst gering halten wollen brauchen wir viel Licht. Um die Fotos möglichst spannend werden zu lassen, empfiehlt es sich, Objekte ins Wasser fallen zu lassen, die kräftige Farben und eine unregelmäßige Oberfläche haben.

Vorbereitung der Dinge die wir schon hatten bzw. noch brauchten

Bereits vorhanden:
  • Kamera (Nikon D7000, HSS)
  • Verschiedene Objektive (Genaueres dazu später)
  • Stativ
  • Aufsteckblitz (HSS)
  • Klemmlampen
  • Kabelfernauslöser

Einkaufsliste:
  • Kleines Auqarium
  • Bunte Steine
  • Früchte

Kleinigkeiten die man vielleicht vergessen könnte:

  • Da man mit Wasser arbeitet sind Handtücher und Schüsseln praktisch
  • Fensterputzmittel und Haushaltstücher
  • Gegenstand zum Scharfstellen

Zum Aufbau

Als Hinter und Untergrund diente uns ein Aufbau von einem anderen Projekt für das ich eine kleine Holzbühne gebaut und mit einer schwarzen Kunststoffplatte einen runden Hintergrund realisiert habe. Gleich dazu: die Rundung war nicht ideal, also nahmen wir dann die Platte und stellten sie einfach senkrecht hin. Den Hintergrund könnte man aber auch mit jedem schwarzen Stoff machen, den man über etwas hängt. Dazu kamen noch zwei einfache Lampen auf zwei Sessel geklemmt.

Beitragsbild

Die Kamera und er Blitz

Bei der Kamera und dem Blitz ist zuerst nur wichtig, dass sie HSS unterstützen. Das bedeutet High-Speed-Synchronisation, welche Blitzen bei kurzen Belichtungszeiten erlaubt. Ob Vollformat oder APS-C ist bei diesem Projekt nicht so wichtig.

Beitragsbild

Die Objektive

Wir haben verschiedene Objektive verwendet. Vom einfachen Kit-Objektiv bis zum 70-200mm Tele Objektiv und auch mit allen Objektiven Vergleichsbilder gemacht.
Da bei diesem Projekt keine Lichtstarken Objektive benötigt werden machte das 18-105mm Kit-Objektiv eine gute Figur. Auch war bei diesem Objektiv der Zoom praktisch. Bei den APS-C-Kameras hatten wir kein Problem damit den Bildausschnitt richtig zu wählen ohne dabei Probleme mit der Naheinstellgrenze zu bekommen. Bei der Vollformatkamera hätten wir ein Makro Objektiv benötig um anschließend beim Zuschneiden nicht all zu viel an wertvoller Sensorfläche zu verlieren.

Die Wurfobjekte

Auch die Größe der Objekte die man ins Wasser wirft ist nicht ganz unwichtig. Sind die Steine oft schwierig zu erwischen, und muss man einen großen Teil des Bildes dann wegschneiden, war es mit den größeren Obststücken wesentlich einfacher.

Sonstiges

Natürlich kann man das Ganze mit einem Auslöser realisieren welcher auf Töne reagiert. Wir machten es aber ganz einfach mit einem Fernauslöser oder direkt von der Kamera. Alleine funktionierte es ganz gut mit Fernauslöser. Zu zweit aber auch von der Kamera.
Allgemein macht dieses Projekt zu zweit mehr Spaß und nach ein paar Würfen optimiert sich der Countdown von selbst und man erreicht dadurch auch gute Ergebnisse.


Erfahrungen und Ergebnisse

In diesem Teil berichten wir euch über unsere Erfahrungen und zeigen euch die Vergleichsbilder und Ergebnisse.
Alle wichtigen Einstellungen findet ihr dann bei den jeweiligen Bildern.


  • Um richtig scharfstellen zu können benötigt man etwas, das man möglichst genau an die Stelle ins Wasser hält, wo man auch später die Steine oder das Obst hinein wirft. Wir nahmen zuerst einen Textmarker, dann ein Maßband.
  • Auch hatten wir alle Lichter abgedreht und Vorhänge geschlossen um Reflektionen zu vermeiden. Ebenso kann mit den Höhen der Blitze und Lichter experimentiert werden um die Positionen zu finden, die die geringsten Spiegelungen erzeugen.
  • Das Aquarium muss richtig sauber sein und so auch das Wasser. Es sollte nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein. Unseres, mit einer Größe von 30cm x 20cm x 20cm (12l), war gut geeignet und kostet im Baumarkt auch nur 11€. Wenn das Aquarium ein bisschen größer, bzw. höher ist, ist es für den Bildausschnitt sicherlich von Vorteil.
  • Bei der Wahl der Hintergrundfarbe fiel unsere auf schwarz, für Steine und Obst. Dass weiß aber genauso gut funktioniert kann man bei den Bildern mit dem Glas und dem Eiswürfel gut erkennen.
  • Akkus / Batterien waren ein großes Thema. Das schnelle und starke Blitzen verbrauchte diese sehr schnell. Also am besten vorher schon für genug Ersatz sorgen.
  • Zur Fallhöhe: Höhe ist nicht immer Besser. Auch wenn es sich im ersten Moment nach mehr Bläschen und Bewegung anhört, ist es auf den zweiten Blick auch höhere Geschwindigkeit. Da es am Anfang ein großer Faktor war, durch welchen wir viele Fehlversuche hatten, gibt es hier Vergleichsbilder und eine Tabelle zu Fallhöhe, Verschlusszeiten und Geschwindigkeiten.


Beitragsbild

1/100s
1/400s
1/800s

Beitragsbild

1/1600s
1/4000s
1/8000s

Höhe (mm)v (m/s)v (km/h)1/8000s
Weg in mm
1/4000s
Weg in mm
1/1600s
Weg in mm
1/800s
Weg in mm
1/400s
Weg in mm
1/200s
Weg in mm
1/100s
Weg in mm
1/50s
Weg in mm
500,993,570,120,250,621,242,484,959,9019,81
1001,405,040,180,350,881,753,507,0014,0128,01
1501,726,180,210,431,072,144,298,5817,1634,31
2001,987,130,250,501,242,484,959,9019,8139,62
2502,217,970,280,551,382,775,5411,0722,1544,29
3002,438,730,300,611,523,036,0712,1324,2648,52
3502,629,430,330,661,643,286,5513,1026,2052,41
4002,8010,090,350,701,753,507,0014,0128,0156,03
4502,9710,700,370,741,863,717,4314,8629,7159,43
5003,1311,280,390,781,963,927,8315,6631,3262,64


Beitragsbild

Abschließende Gedanken

Das Projekt ist einfach nachzumachen. Man benötigt nicht das teuerste und beste Equipment um beeindruckende Bilder zu kreieren. Leider ist es schwierig, die Fotos, die mit unterschiedlichen Objektiven und Kameras gemacht wurden, zu vergleichen. Aufgrund von unterschiedlichem Verhalten eines jeden Wurfobjektes im Wasser, auch weil bei jedem Wurf das Objekt anders ausgelassen wird sowie eintaucht, und die Entfernung immer ein wenig variiert, kann nicht gesagt werden, dass ein Objektiv besser geeignet ist als ein anderes. Die Ergebnisse von anspruchsvollerem Equipment sind vielleicht in manchen Punkten besser, aber die Unterschiede sind nicht all zu groß und sollten einem nicht davon abhalten es zu versuchen.

Hoffentlich konnten wir den ein oder anderen animieren und motivieren dieses oder ähnliche Projekte selbst zu Hause in Angriff zu nehmen. Viel Spaß dabei und für Fragen und Anregungen sind wir natürlich immer offen!


Alle Bilder mit Steinen oder Obst: Belichtungszeit: 1/8000s, Blende: f8, Brennweite: 50mm bzw. 85mm, ISO: 100
Bilder mit Eiswürfel: Belichtungszeit: 1/8000s, Blende: f4, Brennweite: 50mm, ISO: 100


(verfasst von Alex und Hannah am 20.02.2020)



Gib hier deine Berwertung oder Kommentar ab
Noch kein Kommentar